02.07.10 11:38 Alter: 64 days

Krebsscheren umgesiedelt

 

Trauerseeschwalben auf Eiderstedt bekommen natürliche Bruthilfen angeboten

Als natürlichen Nistuntergrund nutzen Trauerseeschwalben Krebsscheren. Diese Wasserpflanze war ursprünglich in den Gewässersystemen Eiderstedts weit verbreitet, ihre Bestände wurden aber durch Intensivierung der Gewässerunterhaltung in den letzten Jahrzehnten vernichtet. Die Stiftung Naturschutz hat deshalb zusammen mit dem Verein Weidelandschaften im Stiftungsland Drager Marsch südlich von Friedrichstadt aus einem stabilen Bestand Krebsscheren entnommen und sie in angestauten Gräben und Tränkekuhlen in der Gemeinde Poppenbüll auf Eiderstedt umgesiedelt. Diese Gewässer bieten sich für die Wiederansiedlung an, da die Trauerseeschwalben hier bereits auf ein gutes Nahrungsangebot mit Kleinfischen und Kaulquappen zurückgreifen können. Die natürlichen Bruthilfen optimieren damit ihren Lebensraum und sind angesichts der rückläufigen Bestandssituation der Trauerseeschwalbe an der Westküste dringend notwendig. An anderen Stellen auf Eiderstedt versuchen Naturschützer, der Trauerseeschwalbe, mit kleinen Flößen als künstliche Brutinseln unter die Arme zu greifen.
Der Umzug der Pflanzen bot sich im August an, da die so genannten Kindel (die Ableger) eine gute Größe erreicht hatten und das winterliche Verankern der Pflanzen im Gewässeruntergrund noch nicht eingesetzt hatte. Begünstig wird die Aktion durch infektionsbedingt rückläufige Bisambestände auf Eiderstedt. So ist von einer nachhaltigen Ansiedlung des Krebsscherenbestandes auszugehen.